Nur Tragen, nicht Vollservice
Was Umzugshilfe pro Stunde kostet
Die Rechnung ist einfacher als beim Vollservice: Stunden mal Personen, dazu allenfalls ein Fahrzeug. Trotzdem gibt es drei Posten, die regelmässig vergessen gehen.
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Die Rechnung hat drei Teile
Bei Umzugshilfe ist die Kalkulation übersichtlicher als bei einem Vollservice. Es gibt die Arbeitszeit, allenfalls ein Fahrzeug und die Zuschläge. Teuer wird es fast nie am Stundensatz, sondern an der Anzahl Stunden – und die hängt stärker von Ihrer Vorbereitung ab als vom Anbieter.
Welche Posten anfallen, unterscheidet sich je nach Anbieter. Die Offerte sollte alle fünf benennen.
Richtwerte zur Einordnung
Für reine Tragehilfe gibt es keine veröffentlichte Preistabelle, weil der Leistungsumfang zu unterschiedlich ist. Als Bezugsgrösse dienen die Stundensätze für komplette Umzüge inklusive Fahrzeug und zwei Mitarbeitenden, wie sie Vergleichsofferten nennt:
| Region | Pro Stunde |
|---|---|
| Zürich und Umgebung | CHF 110–160 |
| Bern, Aargau, Solothurn | CHF 95–140 |
| Basel und Nordwestschweiz | CHF 100–150 |
| Luzern und Zentralschweiz | CHF 100–145 |
| St. Gallen und Ostschweiz | CHF 90–130 |
| Genf und Lausanne | CHF 120–170 |
Reine Tragehilfe ohne Fahrzeug liegt unter diesen Werten, weil der Fahrzeugeinsatz der grösste Fixposten ist. Wie weit darunter, sagt nur eine konkrete Offerte – und die Spanne zwischen Anbietern in derselben Stadt ist erfahrungsgemäss grösser als die Spanne zwischen den Regionen.
Vergleichen Sie nie den Stundensatz allein. Entscheidend ist, für wie viele Personen er gilt und ab wann gezählt wird: ab Ankunft bei Ihnen oder ab Abfahrt im Depot. Zwei Angebote mit identischem Satz können sich dadurch um mehrere Stunden unterscheiden.
Die drei Posten, die regelmässig vergessen gehen
Die Mindestbestellzeit. Wer für eineinhalb Stunden Arbeit bucht, zahlt trotzdem das Minimum. Bei kleinen Aufträgen macht das den Stundensatz rechnerisch deutlich teurer, als er aussieht.
Das Fahrzeug. Mietwagen, Treibstoff, Versicherung und die Zeit fürs Abholen und Zurückbringen gehören in die Rechnung. Wer das vergisst, vergleicht Tragehilfe mit Vollservice auf einer falschen Grundlage.
Die eigene Zeit. Packen, Material besorgen, Fahrzeug organisieren, am Abend auspacken. Das kostet kein Geld, aber es ist der Grund, warum viele nach dem ersten Selbstumzug beim zweiten einen Vollservice buchen.
Ein vierter Posten taucht in keiner Offerte auf und entscheidet trotzdem über den Preis: die Wartezeit. Helfer, die auf ein verspätetes Mietfahrzeug warten, auf einen Parkplatz oder darauf, dass die letzte Schublade noch ausgeräumt wird, kosten denselben Stundensatz wie Helfer, die tragen. Diese Minuten summieren sich schneller, als man denkt, und sie sind der häufigste Grund, warum eine Rechnung über der Schätzung liegt.
Woran sich sinnvoll sparen lässt
- Vorher aussortieren. Jede Kiste weniger spart Tragezeit, und Tragezeit ist der ganze Posten.
- Alles vor die Tür stellen. Wenn die Helfer kommen und noch gepackt wird, zahlen Sie für Wartezeit.
- Parkplatz sichern. Lange Tragewege verlängern jeden Gang. Die Gebühr für eine Reservation ist meist tiefer als die Mehrstunden.
- Termin ausserhalb des Monatsendes. Mehr Auswahl, entspanntere Planung, manchmal auch bessere Konditionen.
Was eine faire Offerte enthält
Eine Offerte für Tragehilfe ist kürzer als eine für einen Vollservice, aber sie sollte trotzdem fünf Angaben machen: Stundensatz pro Person, Anzahl Personen, Mindestbestellzeit, Anfahrtspauschale und was an Material mitgebracht wird. Fehlt eine davon, ist das kein Betrugsversuch – es macht den Vergleich mit anderen Angeboten aber unmöglich.
Fragen zu den Kosten
Ist Umzugshilfe wirklich günstiger als ein Vollservice?
Pro Stunde ja, insgesamt nicht immer. Sobald Sie Fahrzeugmiete, Material und mehr Stunden wegen fehlender Routine einrechnen, schrumpft der Abstand. Bei kleinen Umzügen bleibt er trotzdem deutlich, bei grossen verschwindet er oft ganz.
Wird nach angefangener oder nach voller Stunde abgerechnet?
Das unterscheidet sich je nach Anbieter. Üblich ist die Abrechnung in Viertel- oder Halbstundenschritten nach Ablauf der Mindestzeit. Fragen Sie danach, bevor Sie buchen – bei kurzen Einsätzen macht es einen spürbaren Unterschied.
Kommen Zuschläge für Samstag oder Abend dazu?
Häufig ja. Arbeit am Wochenende, abends oder an Feiertagen wird meist mit einem Aufschlag verrechnet. Wenn Sie ohnehin flexibel sind, ist ein Werktag die günstigere Wahl.
Muss ich die Helfer verpflegen?
Bei gebuchter Umzugshilfe nicht – das ist im Stundensatz abgegolten. Bei privaten Helfern gehört es dagegen zum guten Ton und ist einer der Posten, die in der Rechnung „Freunde sind gratis“ regelmässig fehlen.